An prominenter, den Raumeindruck prägender Stelle am Langhausbogen steht eine frühbarocke Marienfigur, ein Geschenk an den Dom aus jüngerer Zeit. Die stark bemalte, "süssliche" Holzfigur ist für den Dom untypisch und fügt sich nur schwer in das lichte Rokokogefüge.
Das Beispiel zeigt ebenso wie die jenes der in die Krypta verbrachten zeitgenössischen Marienstatue oder die Diskussion um einen neuen Frontalaltar, dass raumbestimmende Neuausstattungen im Dom viel Behutsamkeit und Verständnis für den Kontext voraussetzen. Die Qualität des Werks selbst ist nur ein Entscheidungskriterium.
Solches Verständnis für das "Machbare" hatte die Kirchgemeinde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewiesen, als sie auf Empfehlung von Pfarrer Erwin Ludwig eine künstlerisch anspruchslose Statue des Hl. Sebastian ("Gipssebastian") im rechten Seitenaltar durch eine qualitativ hochwertige Holzstatue ersetzte.
Auf einer anderen Grundlage beruht die ebenfalls von Pfarrer Ludwig veranlasste "Rückführung" der Statue der Odilia aus den Basler Museumsarchiven um 1950: bei dieser spätgotischen Figur bilden die (mögliche) Herkunft aus dem Arlesheimer Odilienkirchlein (abgerissen im 19. Jh.) und die gesicherte Verbindung der Odiliengeschichte mit dem einstigen Dinghof "Arlisheim" die historische Grundlage. Hinzu kommt, dass die künstlerische Qualität und die handwerklich einwandfreie Restauration diese Figur von der eingangs erwähnten Marienstatue klar abgenzen.