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Eine frühe Erwähnung findet Arlesheim als Dinghof des elsässischen Odilienklosters auf Hohenburg im Elsass. 1239 wurde er für 80 Mark Silber an den Basler Bischof verkauft. Der kleine, wenig bedeutende Ort war vorerst nach Pfeffingen pfarrgenössig, erhielt jedoch 1341 eine Pfarrkirche (St. Odilia), die Ende 17. Jahrhunderts vergrössert und 1816 abgebrochen wurde. 1528 nahm Arlesheim den reformierten Glauben an, doch Bischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee gelang 1582 die Rekatholisierung. Im Dreissigjährigen Krieg litt Arlesheim unter Plünderungen und Brandschatzungen. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich das kleine, eher abseits der Hauptachsen gelegene Weinbauerndorf nach dem Umzug des Basler Domkapitels von Freiburg i. Breisgau nach Arlesheim zum fürstbischöflichen Verwaltungszentrum und zur repräsentativen, frühbarocken Residenz.

Fürstbischof Johann Conrad von Roggenbach, der Arlesheim als Sitz des Domkapitels gewählt hatte, nahm sich mit grossem Engagement des Dombaues an. Der Grundstein wurde am 25. März 1680 gelegt, und bereits am 26. Oktober 1681 wurde der Dom geweiht. Zunächst war es ein strenger, massiger Bau mit wenig Dekoration, dessen Erscheinungsbild jedoch nicht rekonstruierbar ist.

Es wird heute angenommen, dass die frühe Domanlage dem künstlerischen Konzept des auch in Pruntrut tätigen Jesuitenpaters Franz Demess folgte, der auch die Entstehungsphase 1679-81 des Dom geleitet haben soll. 1680-87 entstanden die stattlichen Domherrenhäuser. In der Folge wurde Arlesheim zum Anziehungspunkt für Adlige, hohe Geistliche, Diplomaten, Künstler und Handwerker. 1763 wurde der Sitz der Vogtei Birseck vom gleichnamigen Schloss in den Andlauer Hof nach Arlesheim verlegt. Die 1785 durch Balbina von Andlau und Domherr Heinrich von Ligerz erstellte Eremitage ist der grösste Englische Garten der Schweiz und machte Arlesheim europaweit bekannt.

In den Revolutionsjahren gehörte Arlesheim zur Raurachischen Republik (1792-93) und gelang darauf bis 1814 unter französische Herrschaft (1793-1800 Departement Mont Terrible, 1800-14 Departement Haut-Rhin). Der Dom und die Domherrenhäuser wurden als Nationalgut vergantet. Beherzte Ortsbürger erwarben darauf die Domkirche und bewahrten sie so vor dem Abbruch. Erst später erwarb die Kirchgemeinde den Bau und machte den Dom zur Pfarrkirche. 1815 wurde Arlesheim dem neuen Kanton Basel zugeteilt, das Dorf trat aber 1832 dem neuen Kanton Basel-Landschaft bei und wurde zugleich Hauptort des Bezirks Arlesheim.

Der Dom galt in seiner urspünglichen Ausprägung lange als eine der ersten Frühbarockkirchen der Schweiz, die Stilelemente in italienischer und deutscher Tradition zeigt. Inzwischen wird angenommen, dass der frühe Bau aus dem 17. Jahrhundert deutlich bescheidener geweisen sein dürfte als etwa die Luzerner Jesuitenkirche. Dem Misoxer Baumeister Jakob Engel (Giacomo Angelini) wird eine wichtige, allerdings noch etwas unbestimmte Rolle während der Entstehungsphase zugemessen; er hatte, so wird angenommen, Franz Demess in mancher Hinsicht ergänzt. Die heutige Gestalt erhielt der Dom jedoch weitgehend bei der Umgestaltung im Rokokostil 1751-61 unter der Leitung von Franz Anton Bagnato. Der Stuckdekoration liegt ein Modell von Johann Michael Feuchtmayer zugrunde; für die Ausführung war Francesco Pozzi besorgt. Die Freskomalereien und Altarbilder schuf Guiseppe Appiani. Das Langhausfresko mit der Verherrlichung der Maria zeigt eine dramatisch bewegte Szenerie mit zahlreichen Allegorien und Sinnbildern und stellt einen Triumpfzug der Kirche durch die verschiedenen Erdteile dar. Das Chordeckenfresko zeigt die kniende Maria, die einen herunterschwebenden Engel empfängt. Das Altarraumfresko, das Appiani am Bildrand signierte, stellt die Himmelfahrt der Maria dar, während die Chorwandbilder das Abendmahl beziehungsweise die Fusswaschung zeigen. Das Bild des Hochaltars stellt die Übergabe des Doms unter den Schutz der Maria dar, zusammen mit den Patronen des Bistums Basel, Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde.

Die Krypta (Chorgruft) entstand im Zusammenhang mit der Verlängerung der Domkirche im 17. Jahrhundert und diente als Begräbnisstätte mit Nischengräbern, die 1956 bei der Umwandlung in eine Kapelle entfernt wurden. Die heutige Ausstattung mit Taufstein und Altar von Albert Schilling stammt ebenfalls aus jener Zeit; sie wurde - in Abkehr von der ursprünglichen Absicht, den Raum als Ort zur stillen Einkehr nur wenig auszuschmücken - durch weitere, künstlerisch kaum herausragende Ausstattungen ergänzt.

Das Chorgestühl wurde 1759 von Peter Schacherer gefertigt. Die ursprünglichen Glocken wurden, mit einer Ausnahme, von den französischen Besatzern eingeschmolzen. 1926 wurde das gesamte Geläut ersetzt. Sein Klang ist auf einer CD

Umfassende Restaurationen des Domes erfolgten 1876/77, 1930-32, 1954/55 und 1979/80.
von Radio DRS zu hören.


Quellen und weiterführende Literatur:

  • Kunstdenkmäler Baselland (1969), Band 1; Beitrag von H.R. Heyer, Seite 54 ff.
  • Kunstführer Kanton Basel-Landschaft (1978); Beitrag von H.R. Heyer, Seite 34 ff.


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GUISEPPE APPIANI (? 1706-1784/85), lombardischer Kunstmaler. Dekorierte den Salon des Schlosses Seehof in Bamberg, die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Oberdorf, das Refektorium des Klosters von Obermarchtal an der Donau, die Hofkirche von Beuggen und das ganze Innere der Peterskirche in Mainz mit Gemälden. 1759-60, schmückte er den Dom von Arlesheim, 1761-62 das Schloss und die alte Kirche des Seminars von Meersburg; dann die Kirche des Schlosses von Althausen mit Gemälden aus. 1765 begann er die Arbeiten für die malerische Ausschmückung des Heiligtums in Vierzehnheiligen; nach 1770 arbeitete er in der Jesuitenkirche in Würzburg. Noch im Alter von achtzig Jahren führte er die Gemälde des Schlosses in Höchst und die der Pfarrkirche von Camberg aus. 1783 dekorierte er die Klosterkirche von Haydenfeld und im darauffolgenden Jahr begann er seine letzte Arbeit im Kloster von Triefenstein.